Mittwoch, 1. März 2000

Barther setzen sich für ihre Dampfmaschinen ein

Interessengemeinschaft will alte Anlagen retten und sichern

Historische Aggregate haben es der Interessengemeinschaft Dampfmaschinen in Barth angetan. Die Freunde der alten Technik möchten in der Stadt zwei Veteranen erhalten und zuganglich machen.

Barth. Ende des vergangenen Jahres waren Siegmar Goretzki und Peter Scholz mit ihrer Idee, die beiden alten Dampfmaschinen zu erhalten, an die Öffentlichkeit getreten. Ihre Idee fand Anklang: Rund 20 Barther, deren Herzen auch für die alten Aggregate schlagen, kamen zu einem Treffen, um sich über den Vorschlag zu informieren, um Erinnerungen auszutauschen und auch, um handfeste Vorschläge zu machen, wie man die beiden Maschinen aus der ehemaligen Zuckerfabrik und aus dem früheren Riegelschen Dampfsägewerk retten könne.

Das Interessehat auch Initiator Siegmar Goretzki gefreut. Jeden zweiten Dienstag im Monat, so erläutere er, treffe man sich jetzt in der Gaststätte Franziskaner, um weiter zu fachsimpeln und um Wege für die Erhaltung der beiden Maschinen zu finden. Die Interessengemeinschaft hat nach Goretzkis Angaben derzeit zwölf eingetragene Mitglieder.

Über die Geschichte der Dampfmaschine in der Zuckerfabrik weiß Siegmar Goretzki allerhand zu berichten. Sie sei bereits in den Zeiten der DDR unter Denkmalschutz gestellt worden. Und noch lange Jahre habe sie für das Unternehmen ihre Dienste geleistet. „Ein Drittel des Stroms, der in der Zuckerfabrik gebraucht wurde“, so konnte sich der Dampfmaschinenfan erinnern, sei von dem Aggregat erzeugt worden. Der Abdampf sei genutzt worden, um den Zuckersaft einzudicken.

Auch die Lokomobile im Riegelschen Dampfsägewerk hatte ihre Aufgabe zu erfüllen, mit ihr sei im Barther Holzhafen das Sägegatter betrieben worden. Wie lange die Maschine den Antrieb besorgte, wisse man zur Zeit nicht genau, dies werde noch erforscht, erläuterten Peter Scholz und Siegmar Goretzki. Ihr Abdampf, so wissen beide schon heute, wurde noch lange Zeit für Heizzwecke gebraucht. Die Lokomobile wurde schon seinerzeit umweltfreundlich mit den Abfällen aus dem Sägewerk gespeist.

Barths Bürgermeister Mathias Löttge freute sich, dass sich die Bürger um die beiden denkmalgeschützten Maschinen kümmern und sie erhalten wollen. Er könne sich vorstellen, dass die Dampfmaschinen in die technische Betreuung der Stadtwerke Barth kommen.

MICHAEL SCHISSLER

 

    Diese Dampfmaschine aus der Zuckerfabrik liegt der Interessengemeinschaft am Herzen

 

 

 

    Foto: privat

 

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